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Home : sitemap Rapunzel Etana-Mythos Mythisches Gebäck Über die Zeit, "als das Wünschen noch geholfen hat" |
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Es war einmal in den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat... |
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© Gabriele Uhlmann |
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| Märchen - nur etwas für
Kinder? Das Interesse an Märchen kann zu einem bestimmten Alter erlöschen oder aber einen völlig neuen Charakter bekommen. Ich las in der ausgehenden Pubertät die ersten Bücher über Märchenforschung aus tiefenpsychologischer Sicht. Dabei lernte ich, welche Bedeutung Märchen für die Entwicklung eines Kindes haben, und dass die Vorliebe für ein bestimmtes Märchen viel über ein Kind und dessen Familie aussagt. Aber eine Antwort auf meine existenziellen Fragen gaben sie mir noch nicht. Trotzdem war meine Begeisterung für Märchen ungebremst und ich fragte mich, was dahinter steckt. Die Antwort lag in den Märchen selbst ... |
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Märchen sind Berichte aus einer glücklichen
Zeit, die vor ca. 7000 Jahren gewaltsam endete. Glücklich deshalb, weil sie
frei war
von Krieg und Unterdrückung. Entsprechend weniger Wünsche hatten die Menschen
und Wünsche hatten eine andere, erfüllbare Qualität. Dieser Spruch,
der am Anfang so vieler Märchen steht, entspricht
in den Mythologien
auf der
ganzen
Welt
dem, was die alten
Griechen
als
das Goldene
Zeitalter
bezeichneten. Sie waren davon noch nicht lange entfernt: Die minoische Kultur
auf
Kreta und Santorin war die letzte Kultur, die dieses Weltbild bis ca. 1000
vor unserer
Zeitrechnung lebte. Das
Weltbild
dieser Zeit
war matrifokal; danach
und bis heute ist es patriarchal.
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Dieses Holz-Puzzle bekam ich zum 3. Geburtstag geschenkt, und ich liebe es noch heute... |
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Wer genau gelesen hat, dem ist sicher der Name Frau
Gotel aufgefallen. Auch Frau Holle ist eine bekannte "Frau Frau" aus dem
Märchen. Frau Gotel waltet und schaltet hoch oben, im Märchen ist es ein Turm;
Frau Holle wohnt tief unten:
die Marie
steigt
zu
ihr hinab durch den Brunnen, und kommt, oh Wunder, oben auf einer Blumenwiese
an. Die Orte des Geschehens sind genauso wenig ein Zufall, wie
die Namensähnlichkeiten Gotel/Gott und Holle/Hölle. Die als Märchenfiguren
verharmlosten Frauen sind die später als Göttin
verehrte Urmutter. Eine vergleichbare Entwicklung ist auch in den germanischen Mythen zu erkennen, die in unseren Märchen die meisten Spuren hinterlassen haben. Der Zeitpunkt der religiösen Wende in Europa ist identisch mit der Indoeuropäisierung Alt-Europas ab dem 4. Jahrtausend vor der Zeitenwende durch berittene Kriegernomaden aus der kaukasischen Steppe. In den Märchen und germanischen sog. Götter- und Helden-Sagen oder der Edda finden wir z.B. die Spuren aus dieser Zeit. Dort können wir, einer sehr plausiblen These zufolge, herauslesen, dass das germanische Pantheon (Gemeinschaft der Gottheiten), das vorher nur aus den ehemals matrifokalen, aber indoeuropäisierten Wanen und Riesen bestand, sich um die patriarchalen, indoeuropäischen Asen erweiterte. Wanen und Riesen gingen aus einem "Urwesen" hervor, das wir als Urmutter identifizieren können. Zu den friedfertigen,
nur von Naturereignissen und von dem Wissen um Leben, Tod und Regeneration
geprägten Glaubensvorstellungen des Mutter-orientierten
Bildbildes trat
die religiöse Überhöhung des Vaters und des Krieges hinzu, bis diese
schließlich obsiegte. Dieser Prozess war identisch mit dem gesellschaftlichen
Umbruch
in Alt-Europa.
Vorher gab es keine Hierarchie und keine Kriege, Männer
und Frauen lebten gleichberechtigt. Nachher
gab es männliche Herrscher und Priester,
die Kriege führten und das Volk unterdrückten
und ausbeuteten, alles mit dem Segen männlicher Götter. Eine der Natur
gegenüber demütige, ethische Haltung wich dem Gesetz der Gewalt. Der schwerwiegende, innere Widerspruch des Christentums, das einerseits den Frieden predigt, andererseits barbarische Glaubenskriege und Verfolgungen anzettelt, das zwar die Gleichheit aller Menschen postuliert, aber die Frau und die Kinder dennoch unterdrückt, ist erklärbar mit der Vermischung der Kriegsmoral patriarchaler, hebräischer Hirtennomaden mit der sanften Ethik Jesu, die in ihrer reinen Form, unverzerrt durch Paulus und die anderen Kirchenväter, urreligiöse Werte vermittelt: - die Gleichheit von Mann und Frau (Egalität) - die Goldene Regel: Was Du nicht willst, was man Dir tu', füg' auch keinem Andern zu! (Behandelt auch eure Kinder entsprechend) - Friedfertigkeit - die persönliche Rückführung auf die Mutter (die angeblich ohne männliches Zutun schwanger wurde, Matrilinearität) - Wiedergeburt im Kreislauf des Lebens (die in der Bibel allerdings Jesus vorbehalten bleibt, der aus der Höhle seines Grabes - aus Mutter Erde - aufersteht) Maria ist die alte Göttin und
Urmutter, die auch in Vorderasien
noch
lange Zeit verehrt und
von der Bibel, auch in der Offenbarung des Neuen Testamentes, blutig
bekämpft wurde und wird. Dem einfachen Volk wird die sanfte Lehre
Jesu gepredigt,
das davon leicht überzeugt werden kann, folgt sie doch der
altsteinzeitlichen Haltung, die in uns noch verborgen ist.
Die Herrschenden aber legitimieren mit (Mein-)Eiden auf die Bibel und
der Segnung der Waffen
durch Priester ihre Macht, finanziert durch das
meist ahnungslose einfache Volk. Die Kunstmärchen, z.B. "Der
standhafte Zinnsoldat" von Hans Christian
Andersen, sind keine echten Märchen. Sie berichten von der kindlichen
Not, von psychischen Problemen in
unserer patriarchalen Welt.
Diese Autoren, die fromme Christen waren, haben den Ursprung
des Märchens nicht erkannt. Wer Texte über die ur- und frühgeschichtlichen Mythen ließt, sollte
immer im Auge behalten, dass sie oft von Autoren geschrieben wurden,
die
Angst
vor der Entdeckung des wahren Ursprungs vom Glauben an den Gottvater
haben. Worte, wie "Götze", "Fruchtbarkeitsgöttin" oder "böse" sind
darauf ein Hinweis. Oft wird Literatur aus den 1930er Jahren angeführt,
um das Wissen zu diskreditieren. Doch es gibt auch viele aktuelle Bücher,
in denen die Dinge richtig dargestellt sind, z.B. von Marija Gimbutas,
Riane Eisler, Gerhard Bott oder Kirsten Armbruster. |
Dies ist nicht Frau Holle, sondern eine enge Verwandte, die Große Göttin von Çatal Höyük in einer späteren Interpretation als anatolische Kybele. Hier eine römische Ton-Statuette. Auf dieser Homepage kannst Du viele Informationen darüber finden, wie Mythen Einfluss auf das Denken und die Kultur nehmen, und wie sie die Politik bestimmen. Dieses Wissen darf in der Schule nicht gelehrt werden, weil es dem christlich-patriarchalen Weltbild widerspricht. |
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Märchen vorlesen oder erzählen? Unsere Märchen sind u.a. von den Brüdern Grimm aufgezeichnet worden.
Leider haben sie viele Details weggelassen oder umgeschrieben. Märchen
unreflektiert und unkorrigiert einfach aus dem Buch vorzulesen ist
daher nicht empfehlenswert. Empfehlen möchte ich für Deutschland Gerhard
Bosche und Jana Raile und für Österreich Margarete
Wenzel. |
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SPEZIELL ZUR URRELIGION, DIE IN DEN MÄRCHEN VERSCHLÜSSELT IST: Marija
Gimbutas: The Living Goddesses. University of California Press 2001. Riane Eisler: Kelch und Schwert. Freiamt 2005 Gerhard Bott: Die Erfindung der Götter. Norderstedt
2009 Kirsten Armbruster: Das Muttertabu oder
der Beginn von Religion. Riedenburg 2010 SPEZIELL ZU MÄRCHEN: Maria Tatar: Von Blaubärten und Rotkäppchen. Grimms grimmige Märchen
psychoanalytisch gedeutet. München 1995 URTEXTE: Heinz Rölleke, Hrsg.: Die
wahren Märchen
der Brüder
Grimm. Frankfurt/M. 1989 Michael Kaul: Das Etana-Epos - Ein Mythos von der Himmelfahrt
des Königs |
TIPP 2: Märchen im kapitalistischen Kontext verstanden.
Heiter, ironische Interpretationen mit einer Portion tiefer Wahrheit: "Wer
hat Dornröschen wachgeküßt? Das Märchen-Verwirrbuch." von
Iring Fetscher. Frankfurt 2000
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